HOX steuerlich absetzbar

Interview mit Sonja Geilen


Als Selbstständige oder als Gründerin von zu Hause arbeiten, gehört nicht erst seit der Pandemie zum Alltag. Aber die Stay-at-Home-Verordnung der letzten Monate haben das Homeoffice zur Norm in vielen deutschen Haushalten gemacht. Was unklar bleibt, sind Fragen wie: Wie sieht dieses Homeoffice überhaupt aus? Gibt es in Haushalten, in denen nun zwei Personen von zuhause arbeiten für jeden ein eigens Arbeitszimmer und wie wird das Homeoffice steuerlich behandelt? Wer zahlt den Bürostuhl, die Stromrechnung oder das Mittagessen?

Wir haben die Beobachtung gemacht, dass viele Menschen das Homeoffice zwar zu schätzen wissen und die damit verbundenen Vorteile genießen, aber häufig eben nicht in einem eigens dafür vorgesehenen Raum sitzen. 

Viele arbeiten am Küchentisch oder im Wohnzimmer und schaffen sich verschiedene Helferlein an, um ihre Homeoffice Situation so komfortabel wie möglich zu gestalten. Sonja Geilen hat selbst vor kurzem gegründet und weiß wie es ist, sich im Homeoffice gut zu organisieren. Außerdem ist sie als Steuerberaterin nicht nur Spezialistin für Steuerfragen, sondern auch eine wichtige Sparrings-Partnerin für Gründer*innen und Selbstständige. 

Im Interview erzählt sie uns wie man mit der neuen Homeoffice Situation umgeht und was man steuerlich berücksichtigen sollte. 

Zu aller erst natürlich die Frage: Arbeitest du im Homeoffice und siehst du darin mehr Vorteile oder mehr Nachteile? 

Ja, ich arbeite im Homeoffice, auch weil ich deutschlandweit Mandant*innen betreue und nicht immer vor Ort sein kann. Der ganz klare Vorteil ist natürlich, dass man zeit- und ortunabhängig ist und somit auch sehr flexibel auf die Bedürfnisse der Mandant*innen reagieren kann. Nachteilig ist für mich, dass die Grenzen zwischen privaten und beruflichen Zeiten verschwimmen und der Kontakt zu Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen nicht so persönlich zu Stande kommt, wie es zum Beispiel in einer Kaffeeküche oder in einer gemeinsamen Mittagspause der Fall wäre. Für mich überwiegen dennoch die Vorteile!

Erklär uns doch mal, was deine Online Steuerberatung von einer ganz normalen Steuerberatung unterscheidet.

Meine Online Steuerberatung setzt auf einen vollständig digitalen Workflow von der Mandantenaufnahme, über die Auftragsabwicklung bis hin zu den Beratungsgesprächen. Dank der modernen Technik finden Termine über Videotelefonie statt – so kann ich auch ziemlich gut den persönlichen Kontakt vor Ort ersetzen. Bei mir kommt kein Mandant mit dem Pendelordner und den ausgedruckten Belegen an. Digitale Vorsysteme wie lexoffice oder sevDesk werden sinnvoll eingebunden, über eine Mandanten-Cloudlösung werden Unterlagen eingesammelt und unterzeichnet. Hierdurch sparen die Mandant*innen nicht nur Fahrzeit, sondern profitieren auch von kürzeren Bearbeitungszeiten bei den monatlichen Aufträgen, da es kein Zeitversatz (Postwege etc.) mehr gibt. Rückfragen werden in der Regel von 24 Stunden geklärt, es stehen auch wöchentliche Zeitfenster für kurzfristige Videocalls zur Verfügung. 

Wert lege ich vor allem auf die ganzheitliche pro-aktive Beratung für meine Mandant*innen. Sie erhalten regelmäßig aktuelle Steuerneuigkeiten über Newsletter und ich halte regelmäßige Strategiegespräche mit meinen Mandant*innen ab. Der Kontakt und Austausch sind mir sehr wichtig. Ich höre leider immer wieder von Anfragenden, dass sie ihre*n bisherigen Steuerberater*in kaum erreichen können und die Beratung viel zu kurz kommt. Das möchte ich mit meiner Online Steuerberatung ändern und daher nehme ich auch nur eine begrenzte Anzahl an Mandant*innen auf.

Du hast mitten in der Corona Krise gegründet. War das eine bewusste Entscheidung oder kam eins zum anderen? 

Die Entscheidung kam ganz spontan. Ich bin mittlerweile 8 Jahre in der Steuerberatung tätig und kenne die „Probleme“ in den Steuerkanzleien – Überlastung der Mitarbeiter*innen, viel zu viele Mandant*innen werden angenommen nur mit Hinblick auf den zukünftigen Umsatz, nur mäßig digitalisierte Prozesse, schlechte Kommunikation und vieles mehr. Als Angestellte*r hat man auf diese Punkte meist wenig Einfluss. Daraus ist dann der Wunsch entstanden, die digitale Steuerkanzlei zu gründen und diese Dinge besser zu machen. Mir ist bewusst, dass nicht alles sofort umgesetzt werden kann, aber ich gebe mein Bestes und mein ganzes Herz für meine Mandant*innen.

Ich habe gehört die Homeoffice-Pauschale wurde angehoben, stimmt das und was bedeutet das genau?

Also grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen dem Arbeitszimmer, welches man von der Steuer absetzen kann, und der Homeoffice-Pauschale. Ein Arbeitszimmer muss immer ein abgeschlossener Raum sein, welcher ausschließlich oder nahezu ausschließlich zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken genutzt wird. 

In der Corona-Pandemie kam es aber auch vor, dass Menschen im Homeoffice arbeiten mussten, ohne dass ein solcher Raum zur Verfügung stand. Sie haben zum Beispiel im Wohnzimmer gearbeitet oder sich eine Ecke in der Küche eingerichtet. Genau für diese Personen ist die Homeoffice-Pauschale gedacht. Sie beträgt 5 Euro pro Arbeitstag, maximal für 120 Tage. Die Pauschale ist damit gedeckelt auf 600 Euro. Jeder*m Arbeitnehmer*in steht gesetzlich ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.000 Euro zu. Leider wird die Homeoffice-Pauschale nicht extra gewährt, sondern wird in diese Pauschale mit eingerechnet. Daher kann es der Fall sein, dass die Homeoffice-Pauschale keine steuerliche Auswirkung entfaltet.

Anders ist es beim Arbeitszimmer: hier können z.B. die Mietaufwendungen, die Nebenkosten inklusive der Stromkosten anteilig auf die qm-Anzahl des Arbeitszimmers aufgeteilt und abgesetzt werden. Die abziehbaren Aufwendungen sind grundsätzlich auf 1.250 Euro begrenzt. Die Beschränkung gilt allerdings nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Dies sollte im Einzelfall geprüft werden.

Generell gilt ebenfalls: die Kosten für die Ausstattung zum Beispiel Laptop, Schreibtisch, Stuhl oder Drucker können zusätzlich als Arbeitsmittel oder Ausstattungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Heißt das ich kann HOX von der Steuer absetzen? 

Ja, HOX kann als Arbeitsmittel von der Steuer abgesetzt werden. Es ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut und wird im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben, da die Anschaffungskosten 800 Euro nicht übersteigen. In der Einkommensteuererklärung erfasst man die Arbeitsmittel in der Anlage N (Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit) in den Zeilen 42/43 (Stand 2020). Selbstständig tätige Personen können ebenfalls HOX als Betriebsausgaben geltend machen und im Fall der Regelbesteuerung die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.

Wie kann man dein*e Mandant*in werden? 

Auf meiner Internetseite Sonja Geilen - Deine Online Steuerberatung kann man auf meinen Online-Terminkalender zugreifen und sich dort einen Termin für das Erstgespräch (Virtuelles Kaffeedate) buchen. Alternativ kann man mir auch über das Kontaktformular eine Anfrage stellen. Nach dem ersten Kennenlernen entscheiden dann beide Seiten, ob eine Zusammenarbeit möglich ist und wie diese aussehen kann und schon beginnt der Prozess der Mandantenaufnahme.